Darf der Weihnachtsbaum in die Biotonne? Alle Wege zur richtigen Entsorgung

Die Feiertage sind vorbei, die Lichterketten verstaut und der Weihnachtsbaum beginnt langsam zu nadeln. Jedes Jahr im Januar stellt sich dieselbe Frage: Wohin mit dem ausgedienten Baum? Kann er einfach in die Biotonne oder gibt es bessere Wege? In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die richtige und nachhaltige Entsorgung Ihres Weihnachtsbaums wissen müssen.
Vorbereitung ist alles: 4 wichtige Schritte vor der Entsorgung
Egal, für welche Entsorgungsmethode Sie sich entscheiden, eine sorgfältige Vorbereitung ist unerlässlich, um Probleme zu vermeiden:
- Vollständig abschmücken: Entfernen Sie restlos allen Schmuck. Dazu gehören nicht nur Kugeln und Lichterketten, sondern auch kleinste Haken und vor allem Lametta. Älteres Lametta kann Blei enthalten, das giftig für die Umwelt ist.
- Keine Kunstprodukte: Bäume, die mit Kunstschnee, Glitzerspray oder Farbe behandelt wurden, dürfen nicht in den Biomüll oder auf den Kompost. Sie gehören in den Restmüll oder zum Wertstoffhof.
- Nicht im eigenen Ofen verbrennen: Frisches Tannenholz hat einen hohen Harzgehalt und eine hohe Restfeuchte. Beim Verbrennen im Kamin kann es zu starker Rußbildung (Kreosot) und im schlimmsten Fall zu einem Schornsteinbrand kommen. Brennholz muss mindestens ein bis zwei Jahre trocknen.
- Nicht illegal ablegen: Stellen Sie den Baum niemals einfach an den Straßenrand oder in den Wald. Dies gilt als illegale Müllentsorgung und kann mit Bußgeldern geahndet werden.
Option 1: Die kommunale Abholung – Der bequemste Weg
In den meisten Städten und Gemeinden in Deutschland gibt es im Januar feste Abholtermine für Weihnachtsbäume. Diese werden oft von der städtischen Müllabfuhr oder lokalen Vereinen organisiert.
- Termine prüfen: Informieren Sie sich im Abfallkalender Ihrer Gemeinde oder online über die genauen Abholtermine und -orte.
- Richtig bereitstellen: Legen Sie den komplett abgeschmückten Baum am Vorabend der Abholung an den Straßenrand. Wichtig: Verpacken Sie den Baum nicht in einen Plastiksack!
Die eingesammelten Bäume werden in der Regel geschreddert und in Biomasse-Kraftwerken zur Erzeugung von Strom und Fernwärme genutzt. Allein in Berlin werden so jährlich rund 350.000 Bäume energetisch verwertet.
Option 2: Die Biotonne – Ja, aber mit Regeln
Ein natürlicher Weihnachtsbaum ist organisch und kann daher grundsätzlich in die Biotonne. Allerdings gibt es hier klare Regeln:
- Zerkleinern ist Pflicht: Der Baum muss so zersägt oder mit einer Gartenschere zerkleinert werden, dass er problemlos in die Tonne passt und der Deckel sich schließen lässt. -Nur unbehandelte Bäume: Wie bereits erwähnt, dürfen nur komplett natürliche Bäume in den Biomüll.
- Lokale Vorschriften beachten: Einige Gemeinden verbieten die Entsorgung von Weihnachtsbäumen in der Biotonne generell. Ein kurzer Blick auf die Website Ihres Entsorgers schafft Klarheit.
Option 3: Der eigene Garten – Kreatives Upcycling
Wenn Sie einen Garten haben, bieten sich viele nachhaltige Möglichkeiten, Ihren alten Baum weiterzuverwenden:
- Kompostieren: Zerkleinerte Zweige und Nadeln sind eine hervorragende Ergänzung für Ihren Komposthaufen. Sie liefern Struktur und wertvolle Nährstoffe.
- Frostschutz für Beete: Die Tannenzweige eignen sich perfekt, um empfindliche Pflanzen wie Rosen oder Stauden im Winter vor Frost zu schützen.
- Unterschlupf für Tiere: Ein Haufen aus Ästen und Zweigen in einer ruhigen Ecke des Gartens bietet Igeln, Insekten und anderen Kleintieren einen willkommenen Unterschlupf.
Option 4: Eine Freude für Tiere – Spenden an Zoos oder Höfe
Viele Zoos, Wildparks oder Pferdehöfe freuen sich über ungespritzte und unbehandelte Weihnachtsbäume. Die Tiere nutzen sie als Futter, Spielzeug oder zur Beschäftigung. Fragen Sie am besten vorher bei einer Einrichtung in Ihrer Nähe an, ob Bedarf besteht.
Fazit: Viele Wege führen zum Ziel
Darf der Weihnachtsbaum also in die Biotonne? Die Antwort lautet: Ja, wenn er komplett abgeschmückt, unbehandelt und ausreichend zerkleinert ist und Ihre Kommune es erlaubt. Die bequemste und oft sinnvollste Methode ist jedoch die kommunale Abholung, da die Bäume hier in großen Mengen energetisch verwertet werden. Und für Gartenbesitzer bietet der alte Baum eine wunderbare Möglichkeit zum nachhaltigen Upcycling.