Ausgetopfte Geranie mit Wurzelballen und Blumenerde neben einem Terrakottatopf, einer Pflanzschaufel und einer braunen Papiertüte, dahinter eine braune Biotonne

Darf Erde in die Biotonne? Blumenerde, Topfpflanzen und Aushub

Mark Breyer

Kleine Mengen Blumenerde, etwa der Wurzelballen einer verblühten Topfpflanze, dürfen in vielen Kommunen in die Biotonne – Hamburg und München erlauben das ausdrücklich. Erdaushub, Gartenerde in größeren Mengen, Sand und Steine gehören dagegen fast nirgends hinein; Berlin und Köln schließen Erde sogar ganz aus. Es kommt also auf Ihre Abfallsatzung an.

Warum Erde ein Sonderfall ist

Erde ist kein Abfall aus der Küche, sondern das, was am Ende aus der Biotonne entstehen soll: Aus dem gesammelten Bioabfall machen Kompostwerke Kompost und Blumenerde. Der Münchner Abfallwirtschaftsbetrieb verarbeitet seine Bioabfälle zum Beispiel zu den „Münchner Erden“. Erde in der Tonne bringt dem Werk also nichts Neues, kostet aber Transport, und mineralische Bestandteile wie Sand und Steine stören die Verarbeitung.

Dazu kommt das Gewicht. Erde ist um ein Vielfaches schwerer als Küchenabfall. Der Abfallwirtschaftsbetrieb München warnt bei Blumenerde ausdrücklich: „eventuell wird die Tonne zu schwer!“ Eine überladene Tonne kann die Müllabfuhr stehen lassen.

Was einzelne Kommunen erlauben – und was nicht

  • Hamburg (Stadtreinigung): „Blumen, Blumenerde und Gartenabfälle jeder Art“ sowie „Topfpflanzen mit Ballen“ dürfen in die Biotonne.
  • München (AWM): „Kleinere Mengen Blumenerde können Sie in der Biotonne entsorgen.“ Größere Mengen sollen im Garten verteilt oder über Kompostierbetriebe entsorgt werden.
  • Ulm (EBU): führt „Erde“ und „Balkonpflanzen“ unter dem, was in die Biotonne gehört; Steine sind ausgeschlossen.
  • Berlin (BSR): „Erde, Sand, Kies, Steine“ stehen auf der Liste „Das darf nicht rein“.
  • Köln (AWB): schließt „Baumstämme, Erde und Wurzelwerk“ aus.

Das Bundesumweltministerium nennt in seiner – ausdrücklich unverbindlichen – Übersicht Blumenerde unter den Gartenabfällen und „Topfpflanzen (ohne Topf), auch mit Blumenerde“ als grundsätzlich geeignet. Verbindlich ist aber, was Ihr örtlicher Entsorger festlegt. Die Beispiele zeigen: Zwei Großstädte erlauben Blumenerde, zwei verbieten Erde. Ein Blick in die eigene Satzung ist hier unverzichtbar.

Übersicht: Ja, Nein oder nur in kleinen Mengen?

Material Biotonne? Hinweis
Topfpflanze ohne Topf, mit anhaftender Erde Ja, in den meisten Kommunen z. B. Hamburg, Ulm; in Berlin und Köln Erde vorher abschütteln
Alte Blumenerde aus Balkonkasten oder Topf Nur in kleinen Mengen, je nach Kommune München, Hamburg ja; Berlin, Köln nein
Erde an Unkraut und Gartenabfällen Ja, abschütteln so wenig wie möglich mitnehmen
Erdaushub, Gartenerde in Eimern Nein Wertstoffhof, Kompostwerk oder im Garten verteilen
Sand, Kies, Steine Nein Wertstoffhof bzw. Bauschutt
Pflanztöpfe aus Kunststoff, auch als „kompostierbar“ gekennzeichnete Nein BMUKN: auch zertifiziert abbaubare Töpfe nicht
Tontöpfe, Keramik Nein Restmüll oder Wertstoffhof

Was ist mit Torf und Dünger in der Blumenerde?

Viele Blumenerden enthalten Torf oder Dünger. Die Listen der Entsorger, die Blumenerde zulassen, unterscheiden dabei nicht zwischen torfhaltiger und torffreier Erde – Hamburg, München und das Bundesumweltministerium sprechen schlicht von Blumenerde. Ausschlaggebend ist die Menge. Wer neue Erde kauft, kann den Kreislauf schließen: Das Umweltbundesamt empfiehlt Blumenerde mit Kompost statt Torf, wie sie viele Kompostierungsanlagen aus eigener Produktion anbieten.

Wohin mit größeren Mengen Erde?

  • Im Garten oder in Beeten verteilen: Alte Blumenerde ist als Bodenmaterial meist noch brauchbar. Das empfiehlt auch der AWM.
  • Eigener Kompost: Etwas Erde zwischen den Schichten ist dort kein Problem.
  • Wertstoffhof oder Kompostwerk: Ob und zu welchen Bedingungen Erde angenommen wird, regelt Ihr Entsorger – fragen Sie vorher nach.
  • Erdaushub vom Bau: gehört nicht in die Biotonne. Für Aushub gibt es eigene Entsorgungswege, Auskunft gibt Ihr Entsorger.

Praktisch: Topfpflanze richtig entsorgen

Pflanze aus dem Topf nehmen, lose Erde über einem Eimer abklopfen, Ballen und Pflanze in die Biotonne, den Topf je nach Material getrennt entsorgen. Wenn die Erde feucht ist, hilft ein Papierbeutel für Bioabfall gegen Schmutz am Tonnenrand. Ob Papierbeutel in Ihrer Kommune zugelassen sind, zeigt unsere Prüfung von 383 Abfallsatzungen.

Häufige Fragen zu Erde in der Biotonne

In welchen Müll gehört Erde?

Kleine Mengen Blumenerde in vielen Kommunen in die Biotonne, größere Mengen in den Garten oder – nach Rückfrage – zum Wertstoffhof oder Kompostwerk. In Berlin und Köln ist Erde in der Biotonne ausgeschlossen.

Wie entsorgt man alte Blumenerde?

Am einfachsten im eigenen Garten oder Kompost. Kleine Mengen dürfen in vielen Kommunen in die Biotonne, etwa in München und Hamburg. Für größere Mengen fragen Sie beim Wertstoffhof oder Kompostwerk nach.

Darf eine Topfpflanze mit Erde in die Biotonne?

Ohne Topf in den meisten Kommunen ja – Hamburg nennt ausdrücklich „Topfpflanzen mit Ballen“. Wo Erde ausgeschlossen ist, schütteln Sie den Ballen vorher gut ab.

Kann Rasenschnitt in die Biotonne?

In der Regel ja, in haushaltsüblichen Mengen. Rasenschnitt ist allerdings sehr feucht; trocknen Sie ihn vorher an. Weitere Fragen beantwortet unser Ratgeber Was darf in die Biotonne – und was nicht?

Was darf noch in die Biotonne, was in den Kompost?

Für den Kompost lohnt ein Blick auf Eierschalen, Nussschalen und Zitrusschalen.

Quellen

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