Gemüseschalen und Kaffeesatz auf einem Bogen Zeitungspapier zum Einwickeln, daneben eine braune Papiertüte für Bioabfall und gefaltete Zeitungen auf einem Holzbrett

Darf Zeitungspapier in die Biotonne? Einwickeln ja, Entsorgen nein

Mark Breyer

Ja – aber nur in kleinen Mengen und nur als Hilfsmittel: Zum Einwickeln feuchter Küchenabfälle oder zum Auslegen von Vorsortiereimer und Tonnenboden erlauben die meisten Entsorger Zeitungspapier ausdrücklich. Ganze Zeitungen, Prospekte und Hochglanzhefte gehören dagegen ins Altpapier. Wie viel genau erlaubt ist, steht in Ihrer örtlichen Abfallsatzung – es kommt also auf Ihre Kommune an.

Die kurze Antwort: Einwickeln ja, Entsorgen nein

Zeitungspapier ist in der Biotonne kein Abfall, sondern ein Werkzeug. Es saugt Flüssigkeit auf, hält den Eimer sauber und verhindert, dass nasse Reste im Winter am Tonnenboden festfrieren. Genau dafür lassen es die Entsorger zu. Wer dagegen seinen Altpapierstapel in der Biotonne loswerden will, ist falsch: Zeitungen bestehen aus Papierfasern, die im Altpapier wiederverwertet werden. Das Umweltbundesamt ordnet Zeitungen und Zeitschriften deshalb klar der Blauen Tonne zu.

Auch das Bundesumweltministerium unterscheidet so: In seiner Übersicht stehen „Papier, Pappe“ auf der Liste dessen, was nicht in die Biotonne gehört – gleichzeitig nennt es Zeitungspapier als Einwickelpapier für Fleisch-, Fisch- und Speisereste, „kein Hochglanzpapier“.

Was die Entsorger konkret sagen

  • Berlin (BSR): Zeitungspapier darf direkt auf den Boden der Biotonne gelegt werden; Essensreste, auch Gekochtes, sollen „eingewickelt in Zeitungspapier“ hinein.
  • Hamburg (Stadtreinigung): erlaubt „kleine Mengen Zeitungspapier“ und empfiehlt, nasse Küchenabfälle darin einzuwickeln. Illustrierte und Bücher gehören in die blaue Papiertonne.
  • Augsburg (AWS): Bioabfälle dürfen in eine Lage Zeitungspapier gewickelt werden, im Winter hilft eine kleine Menge zerknülltes Zeitungspapier am Tonnenboden. Komplette Zeitungen, Werbeprospekte und Illustrierte kommen aber in die Papiertonne – das betont der Betrieb ausdrücklich.
  • Köln (AWB): empfiehlt, feuchte Essensreste in Zeitungspapier zu wickeln und den Tonnenboden mit zerknittertem Zeitungspapier auszulegen.
  • Ulm (EBU): geht am weitesten – Biomüll darf dort nur zusammen mit Papier, Papiertüten oder Zeitungspapier in die Tonne; Plastiktüten und Folien-Biomüllbeutel sind nicht zugelassen.
  • Landkreis Lörrach: „Die Biotonne ist zwar keine Papiertonne“, Zeitungspapier als Verpackung von Bioabfällen sei aber problemlos.

Das Bild ist also einheitlich, die Feinheiten unterscheiden sich: Manche sprechen von „einer Lage“, andere von „kleinen Mengen“. Eine bundesweite Mengengrenze gibt es nicht.

Übersicht: Ja, Nein oder nur in kleinen Mengen?

Papier Biotonne? Hinweis
Zeitungspapier zum Einwickeln feuchter Reste Ja eine Lage genügt meist
Zeitungspapier als Lage im Vorsortiereimer oder am Tonnenboden Ja, in kleinen Mengen bindet Feuchtigkeit, hilft gegen Festfrieren
Ganze Zeitungen, Zeitungsstapel Nein Altpapier (Blaue/Grüne Tonne)
Werbeprospekte, Kataloge Nein Altpapier
Hochglanzmagazine, Illustrierte Nein Altpapier; BMUKN schließt Hochglanzpapier zum Einwickeln aus
Papiertüten (unbeschichtet, ohne Folienfenster) Ja, wo die Satzung es erlaubt bei 97 % der eindeutigen Fälle in unserer Satzungsprüfung zugelassen

Und die Druckfarbe?

Die Frage nach der Druckerschwärze taucht oft auf. Sachlich lässt sich sagen: Keiner der oben genannten Entsorger und auch das Bundesumweltministerium schließen Zeitungspapier wegen der Farbe aus – sie erlauben es ausdrücklich als Einwickelpapier. Ausgeschlossen wird stattdessen Hochglanzpapier aus Zeitschriften und Illustrierten. Der Grund ist die Menge: Eine Lage Zeitung pro Päckchen ist im Verhältnis zum Bioabfall wenig, ein Stapel Prospekte nicht. Wer für den eigenen Gartenkompost lieber ganz ohne Druck arbeiten möchte, nimmt unbedrucktes Packpapier oder eine Papiertüte.

Biomüll in Zeitungspapier einwickeln – so geht es richtig

  • Abtropfen lassen: Flüssigkeiten gehören nicht in die Biotonne. Erst abgießen, dann einwickeln.
  • Päckchen statt Knäuel: Den Rest mittig auf eine Seite legen und einschlagen. So bleibt die Feuchtigkeit im Papier.
  • Tonnenboden auslegen: Ein, zwei zerknüllte Seiten nach der Leerung unten hinein – das empfehlen BSR, AWB Köln und Augsburg besonders für den Winter.
  • Keine Folie mitwickeln: Beilagen aus Plastik oder Prospekte mit Folienhülle vorher heraussuchen.

Wer keine Zeitung im Haus hat, nimmt eine Bäckertüte ohne Folienfenster oder eine Papiertüte für Bioabfall. Unsere Biomüllbeutel aus Papier gibt es für Vorsortiereimer ab 10 Litern bis zur 240-Liter-Tonne; das Papier verrottet in der Kompostieranlage mit. Ob Papiertüten bei Ihnen zugelassen sind, zeigt unsere Auswertung von 383 Abfallsatzungen.

Häufige Fragen zu Zeitungspapier im Biomüll

Darf ich meinen Biomüll in Zeitungspapier einwickeln?

Ja. Das empfehlen zahlreiche Entsorger ausdrücklich, darunter die BSR in Berlin, die Stadtreinigung Hamburg und der AWB Köln. Eine Lage reicht in der Regel.

Darf Zeitungspapier auf den Kompost?

In kleinen Mengen ja, etwa als Einwickelpapier. Für den Gartenkompost gilt dasselbe wie für die Tonne: Hochglanz und ganze Zeitungen bleiben draußen. Mehr zu anderen Küchenresten lesen Sie etwa bei Eierschalen und Bananenschalen.

Dürfen Bäckertüten in die Biotonne?

Papiertüten ohne Folienfenster und ohne Kunststoffbeschichtung lassen viele Entsorger zu, etwa Augsburg und Ulm. Tüten mit Sichtfenster gehören nicht hinein.

Darf Küchenpapier in die Biotonne?

Das regeln die Kommunen sehr unterschiedlich – Berlin erlaubt Küchenpapier, München ordnet Servietten und Taschentücher dem Restmüll zu. Die Details stehen in unserem Artikel Küchenpapier, Zewa und Taschentücher in der Biotonne.

Was darf grundsätzlich nicht in die Biotonne?

Kunststoff in jeder Form, auch als „kompostierbar“ gekennzeichnete Folienbeutel, außerdem Glas, Metall, Asche, Katzenstreu und Windeln. Eine vollständige Übersicht gibt unser Ratgeber Was darf in die Biotonne – und was nicht?

Quellen

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