Junges Basilikum 'Genoveser' mit großen, gewölbten Blättern im Tontopf auf einer hellen Fensterbank im Winter

Basilikum aussäen: 'Genoveser' im Winter auf der Fensterbank

Mark Breyer

'Genoveser' ist das großblättrige Basilikum nach Art der ligurischen Küche: glänzend grüne, nach außen gewölbte Blätter mit süß-würzigem Aroma, der Klassiker für Pesto und Tomatengerichte. Basilikum aussäen kannst du im Haus das ganze Jahr, auch im Herbst und Winter auf der Fensterbank. Ehrlich gesagt ist der Winter dafür aber die schwierigste Jahreszeit, und genau darum geht es in diesem Porträt neben Herkunft, Sortengeschichte und eigener Saatgutgewinnung.

Botanischer Name Ocimum basilicum
Art / Familie Basilikum / Lippenblütler (Lamiaceae)
Aussaat im Haus Ganzjährig möglich
Aussaat im Freiland Mitte Mai bis Mitte Juni (frostempfindlich)
Keimtemperatur Ab 15 °C, optimal 20–25 °C
Ernte Laufend, idealerweise vor der Blüte
Standort Sonnig, warm und windgeschützt
Abstand ca. 25 cm
Saattiefe Lichtkeimer: Samen nur andrücken oder hauchdünn bedecken
Wuchshöhe ca. 30–60 cm
Samenfest ja
Bio aus kontrolliert ökologischer Erzeugung (DE-ÖKO-006)

Woher Basilikum kommt: vom tropischen Asien ans Mittelmeer

Basilikum gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und ist damit ein Verwandter von Minze, Salbei, Thymian und Rosmarin. Bei uns wird Basilikum einjährig kultiviert und wird je nach Sorte 12 bis 70 Zentimeter hoch. Alle Pflanzenteile duften.

Wo genau Basilikum herstammt, lässt sich heute nicht mehr eindeutig sagen. Die deutschsprachige Wikipedia nennt Nordwest-Indien als vermutetes Herkunftsgebiet; dort wurde Basilikum schon um 1000 v. Chr. als Gewürz- und Zierpflanze angebaut. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art reicht vom indischen Subkontinent über Südostasien bis nach Nordaustralien. Funde in ägyptischen Pyramiden zeigen, dass die Pflanze schon im Altertum auch am Nil kultiviert wurde.

Von dort gelangte Basilikum in die griechische und römische Welt. Oft liest man, der Weg habe über Persien geführt. Das ist plausibel, für Basilikum selbst aber nicht sicher belegt. Nach Deutschland kam das Kraut vermutlich im 12. Jahrhundert. 1753 gab Carl von Linné der Art ihren bis heute gültigen Namen Ocimum basilicum.

Beide Namensteile erzählen etwas. Ocimum geht auf das griechische ōkimon zurück, das mit dem Verb für „riechen“ in Verbindung gebracht wird. Basilicum stammt vom altgriechischen basilikón, „königlich“: Basilikum galt als königliches Gewürz. Alte deutsche Namen wie Königskraut oder Basilienkraut haben diese Bedeutung bewahrt.

Junge Basilikumpflanzen vom Genoveser Typ auf einer Steinterrasse an der ligurischen Küste
Ligurien gilt als Heimat des Genovese-Typs. Die Schutzbezeichnung „Basilico Genovese“ DOP gilt nur für frisches Basilikum, das dort angebaut wird.

Die Sorte 'Genoveser': ein Typ aus Ligurien

'Genoveser' ist die deutsche Form von „Genovese“, also „aus Genua“. Der Name bezeichnet einen Basilikumtyp, wie er in Ligurien rund um Genua seit Langem angebaut wird: buschige Pflanzen mit großen, löffelartig gewölbten, glänzenden Blättern und einem süßlich-würzigen Aroma mit leichter Nelkennote. Ein Züchter oder ein Jahr der Sortenentstehung lässt sich nicht nennen. Der Name ist nicht eindeutig auf eine Person oder Institution zurückzuführen und wird von vielen Saatguthäusern für Auslesen dieses Typs verwendet. Wikipedia führt 'Genoveser' neben 'Großes Grünes' und dem rotlaubigen 'Opal' als eine der gängigen Sorten.

In Ligurien hat der Anbau eine lange Tradition. Im 18. und 19. Jahrhundert nahm er in den stadtnahen Gebieten Genuas zu, etwa im Val Bisagno und in Pra', dessen Basilikum bis heute als besonders gilt. Weitere historische Anbauzentren sind die Ebene von Albenga, Diano Marina und Sarzana.

Was die Schutzbezeichnung „Basilico Genovese“ bedeutet

Seit 2005 ist „Basilico Genovese“ in der EU als geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP) eingetragen, mit der Verordnung (EG) Nr. 1623/2005. Geschützt ist ein landwirtschaftliches Erzeugnis aus einem genau abgegrenzten Gebiet: frisches Basilikum, das am tyrrhenischen Hang Liguriens in natürlichem Boden wächst und als junge Pflanze mit zwei bis vier Blattpaaren samt Wurzel geerntet wird. Die Pflanzen stammen aus zugelassenen einheimischen Herkünften, und Anbau ohne natürlichen Boden ist ausgeschlossen.

Für dich heißt das: Die DOP schützt Basilikum, das in Ligurien erzeugt wurde, nicht eine Sorte und nicht Saatgut. Unser 'Genoveser' ist der gleiche Pflanzentyp, aber kein DOP-Erzeugnis, und auch das Basilikum von deiner Fensterbank ist es nicht. Der Sortenname beschreibt die Art des Basilikums, die Schutzbezeichnung seine Herkunft.

Basilikum 'Genoveser' im Topf, freigestellt vor weißem Hintergrund

Basilikum aussäen: Schritt für Schritt

Aussaat im Winter auf der Fensterbank

Laut Tüte kannst du 'Genoveser' im Haus ganzjährig aussäen. Das stimmt, denn Samen keimen auch im Winter, wenn es warm genug ist. Wie gut die Pflanzen danach wachsen, hängt aber vor allem vom Licht ab, und das ist zwischen November und Februar knapp. Die Tage sind kurz, die Sonne steht tief, und selbst an einem Südfenster bekommen die Pflanzen nur einen Bruchteil der Lichtmenge eines Sommertags. Basilikum reagiert darauf mit langen, dünnen Stielen und kleineren Blättern. Dazu kommt die Wärme: Unter etwa 12 °C wächst Basilikum praktisch nicht mehr.

Was im Winter hilft:

  • Der hellste Platz: ein Süd- oder Westfenster ohne Vorhang, die Töpfe direkt an der Scheibe.
  • Zusatzlicht: Eine einfache Pflanzenlampe für einige Stunden am Tag hilft im Winter am meisten.
  • Warm, aber nicht über der Heizung: Die Keimtemperatur liegt laut Tüte ab 15 °C, optimal bei 20–25 °C. Eine Fensterbank über der Heizung ist zwar warm, trocknet die Erde aber schnell aus.
  • Keine kalten Füße: Nachts kühlt die Scheibe stark ab, und gekippte Fenster bringen kalte Zugluft. Eine Holz- oder Korkunterlage unter dem Topf schützt die Wurzeln.
  • Sparsam gießen: Im Winter verdunstet weniger. Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber nie nass, sonst faulen die feinen Wurzeln.

Rechne im Winter mit weniger Ertrag als im Sommer. Ein paar Triebspitzen für Pasta oder Tomatensalat sind realistisch, ein Strauch für Pesto eher nicht.

So säst du aus

Fülle einen Topf oder eine Aussaatschale mit Anzuchterde und streue die Samen dünn darauf. Basilikum ist ein Lichtkeimer: Drück die Samen nur an oder bedecke sie hauchdünn. Mit einer Sprühflasche anfeuchten und die Schale hell und warm stellen. Bei Zimmertemperatur zeigen sich die ersten Keimlinge laut Produktbeschreibung nach etwa 6 bis 10 Tagen.

Pikieren, umtopfen, auspflanzen

Sobald die Sämlinge neben den Keimblättern ein erstes echtes Blattpaar haben, setzt du sie einzeln oder zu dritt in eigene Töpfe. Ins Freiland oder auf den Balkon dürfen sie laut Tüte erst ab Mitte Mai, denn Basilikum ist frostempfindlich und mag auch kühle Nächte nicht. Direkt ins Beet säen kannst du von Mitte Mai bis Mitte Juni. Pflanzabstand: etwa 25 cm. Der Standort sollte sonnig, warm und windgeschützt sein, der Boden locker, durchlässig und humos. Viel Dünger braucht Basilikum nicht. Gieß am besten morgens direkt an der Basis, nicht über die Blätter. Wie du Basilikum mit Tomaten und anderen Kräutern im Kübel kombinierst, zeigt unser Beitrag Gemüse auf dem Balkon anbauen.

Drei Basilikumtöpfe auf einer Korkunterlage am Südfenster im Winter, darüber eine schmale Pflanzenlampe
Im Winter entscheidet das Licht: der hellste Platz direkt an der Scheibe, eine warme Unterlage und am besten etwas Zusatzlicht.

Ernten und verwenden

Geerntet wird laufend, laut Tüte idealerweise vor der Blüte. Zupf nicht einzelne Blätter ab, sondern schneide ganze Triebspitzen kurz über einem Blattpaar. Dort verzweigt sich die Pflanze und bildet zwei neue Triebe. So wird sie buschiger, und du erntest länger. Sobald ein Trieb Blüten ansetzt, bildet er kaum noch neue Blätter und verholzt. Kneif Blütenansätze deshalb früh aus, außer an Pflanzen, von denen du Saatgut gewinnen möchtest.

Frisches Basilikum hält sich nicht lange. Im Kühlschrank werden die Blätter schnell schwarz. Besser stellst du geschnittene Triebe wie einen Blumenstrauß in ein Glas Wasser bei Zimmertemperatur. Für den Vorrat lassen sich gehackte Blätter mit etwas Olivenöl portionsweise einfrieren.

Basilikum-Saatgut selbst gewinnen

'Genoveser' ist samenfest. Aus den Samen deiner Pflanzen wachsen also wieder Pflanzen mit denselben Eigenschaften, sofern sie sich nicht mit anderen Sorten verkreuzt haben. Was das genau bedeutet, erklären wir im Beitrag Was bedeutet samenfest?.

Bestäubung und Verkreuzung

Basilikum hat zwittrige Blüten, jede Blüte trägt also Staubblätter und Narbe. Selbstbestäubung innerhalb einer Pflanze ist möglich. Die Blüten werden aber auch eifrig von Insekten besucht, vor allem von Bienen, und die tragen Pollen von Pflanze zu Pflanze. Deshalb kreuzt sich 'Genoveser' leicht mit anderen Basilikumsorten, etwa mit Thai-Basilikum, Zitronenbasilikum oder rotlaubigen Sorten. Auch zwischen verschiedenen Ocimum-Arten sind Kreuzungen bekannt. Die Nachkommen solcher Kreuzungen sehen anders aus und schmecken anders.

Als Richtwert für den Abstand zwischen zwei blühenden Basilikumsorten nennt die Saatgutliteratur rund 50 Meter, wobei die Angaben je nach Quelle schwanken. Im Hausgarten oder auf dem Balkon ist es einfacher, nur eine Sorte blühen zu lassen und bei allen anderen die Blüten konsequent auszukneifen. Alternativ kannst du die Saatgutpflanzen unter einem feinmaschigen Insektenschutznetz blühen lassen. Für den Sortenerhalt empfehlen Erhaltungsanleitungen, mehrere Pflanzen gemeinsam abblühen zu lassen statt nur einer einzigen, damit die Sorte nicht verarmt.

Ernte, Trocknung und Lagerung

  1. Blüte zulassen: Lass im Sommer einige kräftige, typische Pflanzen ausblühen. Die Blüten sitzen in Etagen an langen Ähren.
  2. Reife abwarten: Nach der Blüte vergrößern sich die Kelche und umhüllen die Samen. Schneide die Fruchtstände, wenn die unteren Kelche braun und trocken werden.
  3. Nachtrocknen: Die Stängel kopfüber in einer Papiertüte an einem luftigen, trockenen Ort ein bis zwei Wochen nachtrocknen lassen.
  4. Ausreiben: Die trockenen Ähren über einer Schüssel zwischen den Fingern zerreiben oder über ein feines Sieb streichen. Spreu und Kelchreste vorsichtig wegblasen. Übrig bleiben die kleinen, schwarzen Samen.
  5. Lagern: Trocken, kühl und dunkel in Papiertütchen, beschriftet mit Sorte und Jahr. Gut gelagert bleiben Basilikumsamen etwa fünf Jahre keimfähig.

Weil Basilikum ein Lichtkeimer ist, bedeckst du auch die selbst geernteten Samen bei der nächsten Aussaat nicht mit Erde.

'Genoveser' in der Küche

Der Genuss-Tipp von unserer Tüte bringt das Wichtigste auf den Punkt: Das Aroma von Basilikum verflüchtigt sich beim Erhitzen schnell. Gib die frisch gehackten Blätter deshalb erst zum Schluss an warme Gerichte, an Pasta, Risotto oder Tomatensuppe. Roh entfaltet 'Genoveser' sein Aroma am besten, zum Beispiel frisch über Tomate und Mozzarella mit etwas Aceto Balsamico.

Der Klassiker ist Pesto alla genovese. Der Name kommt vom italienischen pestare, „zerstoßen“. Die erste bekannte gedruckte Rezeptur erschien 1863 in Giovanni Battista Rattos Kochbuch La cuciniera genovese. Heute gehören nach der Genueser Tradition Basilikum, Pinienkerne, Knoblauch, grobes Salz, Parmesan und Pecorino sowie mildes Olivenöl hinein. So gelingt es zu Hause:

  • Eine Knoblauchzehe mit etwas grobem Salz im Mörser zerreiben.
  • Eine Handvoll Pinienkerne dazugeben und mitzerstoßen.
  • Gut zwei Handvoll trockene Basilikumblätter nach und nach zugeben und mit kreisenden Bewegungen zerreiben, nicht hacken.
  • Geriebenen Parmesan und etwas Pecorino unterarbeiten, zum Schluss Olivenöl einrühren.

Im Mörser werden die Blätter nicht warm, das Pesto bleibt deshalb aromatischer als aus dem Mixer.

Frisch zubereitetes Pesto alla genovese im Marmormörser mit Basilikumblättern, Pinienkernen und Knoblauch
Genuss-Tipp von der Tüte: Pesto Genovese mit Pinienkernen, Olivenöl und Parmesan – im Mörser bleiben die Blätter kühl und aromatisch.

Häufige Fragen zu Basilikum aussäen

Kann man Basilikum aus Samen ziehen?

Ja, und das ist der übliche Weg. Basilikum keimt bei Zimmertemperatur meist nach 6 bis 10 Tagen. Wichtig ist, die Samen nur anzudrücken, denn Basilikum ist ein Lichtkeimer. Aus samenfestem Saatgut wie 'Genoveser' kannst du später sogar eigene Samen gewinnen.

Wann soll man Basilikum säen?

Im Haus ist die Aussaat das ganze Jahr möglich. Für kräftige Pflanzen fürs Freiland säst du im Frühjahr auf der Fensterbank vor und pflanzt ab Mitte Mai aus, wenn kein Frost mehr droht. Direkt ins Beet säen kannst du laut Tüte von Mitte Mai bis Mitte Juni.

Wie lange dauert es, bis Basilikum keimt?

Bei Zimmertemperatur etwa 6 bis 10 Tage. Optimal sind laut Tüte 20–25 °C, unter 15 °C keimt Basilikum kaum. Im Winter auf einer kühlen Fensterbank kann es deshalb deutlich länger dauern.

Kann man Basilikum im Winter auf der Fensterbank ziehen?

Ja, aber mit Abstrichen. Im Winter ist es oft warm genug, aber zu dunkel. Die Pflanzen werden dann lang und dünn. Ein heller Süd- oder Westplatz, Wärme über 15 °C und am besten eine Pflanzenlampe als Zusatzlicht machen den Unterschied.

Was darf nicht neben Basilikum stehen?

Wer Saatgut gewinnen möchte, sollte keine anderen Basilikumsorten in der Nähe blühen lassen, weil sie sich verkreuzen. Ansonsten gilt: Basilikum braucht Sonne und Wärme und passt zu Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen wie Tomaten, nicht in den Schatten großer Nachbarn.

Ist 'Genoveser' dasselbe wie „Basilico Genovese“ DOP?

Nicht ganz. 'Genoveser' ist ein Sortenname für großblättriges Basilikum nach ligurischem Vorbild. „Basilico Genovese“ DOP ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für frisches Basilikum, das in Ligurien angebaut wird. Selbst gezogenes Basilikum aus unserem Saatgut ist derselbe Typ, aber kein DOP-Erzeugnis.

Wo es 'Genoveser' gibt

Unser Bio-Basilikum 'Genoveser' gibt es als Tüte mit etwa 120 Samen aus kontrolliert ökologischer Erzeugung (DE-ÖKO-006), BioGlück ist als Händler unter DE-ÖKO-007 kontrolliert. Tüte und Keimschutzbeutel sind aus Graspapier. Basilikum steckt außerdem in mehreren unserer Sets: im Mediterran-Set mit Tomate und Chili, im Kräutergarten-Set mit Petersilie und Schnittlauch, im Balkon- und Fensterbank-Set und im Komplettset „Unsere Besten“ mit allen zehn Bestandssorten. Weitere Sorten findest du in unserer Kategorie samenfestes Bio-Saatgut, alle bisherigen Sortenporträts im Sortenlexikon.

Quellen

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